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Arbeitgebermarke02. November 20262 Min. LesezeitTim Mixdorf

Was kostet eine unbesetzte Stelle im Handwerk?

Vakanzkosten werden oft unterschätzt. So berechnen Elektro- und SHK-Betriebe, was eine offene Stelle wirklich kostet.

Was kostet eine unbesetzte Stelle im Handwerk?
Die meisten Betriebsinhaber wissen genau, was eine Stellenanzeige kostet. Was eine unbesetzte Stelle kostet, wissen die wenigsten – dabei ist diese Zahl fast immer um ein Vielfaches größer. Dieser Beitrag zeigt die Rechnung Schritt für Schritt, mit Beispiel und den versteckten Kosten, die in keiner Bilanz auftauchen.

Kurzfassung

  • Die Vakanzkosten bestehen aus entgangenem Deckungsbeitrag, Mehrarbeit, Fremdvergabe und Folgeschäden.
  • Für einen Gesellen im Elektro- oder SHK-Handwerk kommen schnell mehrere tausend Euro pro Monat zusammen.
  • Rechnen Sie mit Deckungsbeitrag, nicht mit Umsatz – sonst überschätzen Sie.
  • Recruiting-Ausgaben sollten Sie an diesen Kosten messen, nicht am Anzeigenpreis.

Die vier Kostenblöcke

1. Entgangener Deckungsbeitrag

Die Kernrechnung: produktive Stunden pro Monat × Verrechnungssatz − direkte Kosten (Lohn, Lohnnebenkosten, Fahrzeug). Ohne Mitarbeiter fallen zwar auch die Lohnkosten weg – aber der Deckungsbeitrag, also das, was nach direkten Kosten zur Deckung von Fixkosten und Gewinn übrig bleibt, fehlt.

2. Mehrarbeit und Überstunden

Das restliche Team fängt Arbeit auf – mit Überstundenzuschlägen, Erschöpfung und höherem Krankheits- und Kündigungsrisiko.

3. Fremdvergabe und abgelehnte Aufträge

Aufträge gehen an Subunternehmer mit geringerer Marge oder werden abgelehnt. Kunden, die zwei Mal abgewiesen wurden, kommen oft nicht wieder.

4. Folgekosten

Längere Wartezeiten, schlechtere Bewertungen, Kundendienstverträge, die nicht verlängert werden, Wachstum, das nicht stattfindet.

Ein Rechenbeispiel

Annahmen für einen Gesellen (bitte mit Ihren eigenen Zahlen ersetzen):
  • Produktive Stunden pro Monat: 125
  • Verrechnungssatz: 65 €
  • Umsatz pro Monat: 8.125 €
  • Direkte Kosten (Lohn inkl. Nebenkosten, Fahrzeug, Werkzeuganteil): ca. 5.000 €
  • Deckungsbeitrag pro Monat: ca. 3.100 €
Dazu Materialmarge, die auf entgangenen Aufträgen fehlt (bei SHK oft erheblich), plus Überstundenzuschläge im Team – realistisch kommen leicht 4.000–5.000 € pro Monat zusammen. Bei einer typischen Vakanzdauer von mehreren Monaten sind das schnell 20.000 € und mehr.

Was das für Ihr Recruiting-Budget bedeutet

Wenn eine offene Stelle 4.000 € im Monat kostet, ist eine Kampagne, die die Stelle zwei Monate früher besetzt, 8.000 € wert. Die Frage ist also nicht „Was kostet Recruiting?“, sondern „Was kostet es, nicht zu besetzen – und wie schnell bringt mich ein Kanal zur Einstellung?“

Häufige Denkfehler

  • „Ich spare ja den Lohn.“ Ja – aber Sie verlieren den Deckungsbeitrag, der über dem Lohn liegt.
  • „Wir schaffen das schon mit dem Team.“ Kurzfristig ja, langfristig steigt das Risiko weiterer Kündigungen.
  • „Die Anzeige war teuer.“ Teuer ist nur, was keine Einstellung bringt.

Häufige Fragen

Warum nicht einfach mit Umsatz rechnen?

Weil Umsatz die Kosten übertreibt. Deckungsbeitrag ist die ehrliche Zahl, mit der auch Ihr Steuerberater argumentieren würde.

Gilt das auch für Azubis?

Weniger direkt, aber ein fehlender Azubi heute ist der fehlende Geselle in drei Jahren.
Wenn eine Vakanz monatlich viel Geld kostet, ist Recruiting keine Ausgabe, sondern eine Investition. Mit unserem kostenlosen Vakanzkostenrechner ermitteln Sie in einer Minute die Kosten Ihrer offenen Stelle.

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